Warten auf die Hosenbiene

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    Warten auf die Hosenbiene

    … auf all deinen Wegen – die Wegwarte
    Eine »gewöhnliche« Pflanze auf dem Allmendfeld wird von uns seit Jahren besonders geschützt. Ihre jungen Blätter sehen aus wie die von Löwenzahn und der Rasenmäher hätte leichtes Spiel: die Wegwarte. Sie hat sich über die letzten Jahre vor dem Hühnerstall wunderbar vermehrt und in diesen Juni stehen sie in voller Pracht und Schönheit. Die Öffnungszeit der Blüten reicht von früh am Morgen bis kurz nach Mittag. So manche Biene, Hummel, Wespe, Schwebfliege und auch der Wollschweber kehren ein, um in diesem schicken »Körbchen-Cafe« aus leuchtend-hellblauen Zungenblüten, leckeren Nektar zu schlürfen.

    Sie wartet am Wegesrand auf die Hosenbiene
    »Gewöhnliche Wegwarte« (Cichorium intybus) heißt der zum Teil »hochetagige Laden«, dessen »Filialen« an so vielen Wegen liegen. So gewöhnlich der Name klingt, manche Stammgäste sind es ganz und gar nicht: 
An ihrem sandigen Standort können immer wieder Hosenbienen (Dasypoda hirtipes) beobachtet werden. Diese spezialisierten Gäste interessieren sich neben Nektar besonders für den Pollen der Pflanze, den sie mit ihren Hosen (= Haarbürsten) sehr erfolgreich einsammeln. Sammeln? Wofür denn? Ein Grubengang von ca. 60 cm tief im Sandboden führt zu den einzelnen Brutzellen, wo der Pollen jeweils neben einem Ei pro Brutzelle aufgetürmt wird. Es entsteht ein Vorrat für die später im Jahr schlüpfenden Bienenlarven. Diese Bienenart lebt solitär, also allein und nicht im Staat wie die sozialen Honigbienen zum Beispiel. Als »alleinerziehende Mutter« – die Väter begnügen überwiegend sich mit der Fortpflanzung – hat die »Hosenbienenmama« nicht viel Zeit, denn die »Cafes« ihrer Wahl sind wie gesagt nicht lange geöffnet. Da sind ihre Haarbürsten, die ca. 40 mg Pollen pro Flug tragen, eine große Hilfe. 

    Für uns Menschen ist die Wegwarte nicht nur pflegeleicht, sie ist ein Tiefwurzel und muss somit kaum gegossen werden. Sie ist nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch eine bedeutende Heil- und Kulturpflanze. Sie ist die wilde Mutter von Endivien-, Chicorée- und Radiccio-Salat und der Wurzelzichorie. Aus deren gerösteten Wurzeln ensteht der bei vielen Omas und Opas so beliebte Muckefuck.

    Cichorium intybus war die Heilpflanze 2020 deren Bitterstoffe als verdauungsfördernd und entgiftend gelten.

    Es war heute morgen eine große Freude, die Hosenbienen beim Frühstück anschauen zu können!

    (Einen Teil diese Textes hatten Adrian Jost und Dieter schon 2020 auf www.essbaresdarmstadt.de veröffentlicht)