Die mythischen Kräfte der Gottesanbeterin
Im ersten Sommer auf dem Allmendfeld haben wir Mahd sehr lange (zu lange) herausgezögert. Wir wollten sehen, was denn so wächst. Christa von »Menschenskinder« lieh uns im August den robusten Hochwiesenmäher des Kindergartens in Darmstadt Kranichstein (Danke!). Man muß hinter ihm herlaufen und das Heu wird seitlich abgelegt. Es ist eine halbwegs insektenschonende Art der Mahd, aber immer noch ein Risiko für sie. Nach drei Arbeitsstunden blieb das Gerät mit laufendem Motor einfach stehen. Was hatte ich falsch gemacht, … Sprit, Bedienungsfehler,…? Die oberflächliche Untersuchung ergab einen gerissenen Keilriemen.
Ich fühlte mich beobachtet und irgendwie ertappt und schaute nach vorne in Gras. Tatsächlich wurde ich mit durch die zwei merkwürdig weit auseinanderstehenden Augen einer grünen Gottesanbeterin* argwöhnisch betrachtet. Ich hörte so etwas wie:
»Bis hierhin und nicht weiter Untergebener!«
Steckbrief: Europäische Gottesanbeterin
Deutscher Name:
Europäische Gottesanbeterin
Wissenschaftlicher Name:
Mantis religiosa (Linnaeus, 1758)
Klasse:
Insekten (Insecta)
Ordnung:
Fangschrecken (Mantodea)
Familie:
Mantidae
Gattung:
Mantis
Kurzprofil:
Wärmeliebende Lauerjägerin, hervorragend getarnt – von grün bis braun. In Deutschland hat sie sich in den letzten Jahrzehnten deutlich ausgebreitet, auch entlang von Bahnflächen und auf Brachen.
Verbreitung (Deutschland):
Ursprünglich v. a. in Südwestdeutschland, mittlerweile starke Ausbreitung und Neuansiedlungen in mehreren Bundesländern.
Schutz:
In Deutschland besonders geschützt (Bundesartenschutzverordnung, Anlage 1).
Hinweis: In der bundesweiten Roten Liste wird die Art aktuell als ungefährdet geführt, mit deutlicher Zunahme.
Bitte nicht mitnehmen:
Nicht fangen/„retten“, außer akute Gefahr (z. B. Straße) – dann in unmittelbare sichere Nähe umsetzen.
